Was ist SEO – Teil I Grundlagen

SEO Grundlagen

SEO (Search Engine Optimization) oder zu Deutsch Suchmaschinenoptimierung, ist ein Instrument des Suchmaschinen Marketings (SEM=Search Engine Marketing). Es beschäftigt sich mit der Optimierung und Gestaltung von Websites.

Ziel der Suchmaschinenoptimierung ist es, dass eine Website gut von den Suchalgorithmen der Suchmaschinen erkannt und möglichst weit vorne in den sog. SERPs (Search Engine Result Pages), also den Ergebnisseiten bei der Suche nach bestimmten Begriffen,  wiedergefunden wird. Um dieses Ziel zu erreichen gibt es verschiedene Möglichkeiten, die umgesetzt werden können. Genau wie bei jedem vorhaben gibt es auch bei der Suchmaschinenoptimierung verschiedene Stufen im Prozess der Optimierung, innerhalb jener, ebenfalls unterschiedliche Maßnahmen sinnvoll sind. In dieser mehrteiligen Reihe möchte ich die einzelnen Phasen der Optimierung genauer beschreiben und darauf eingehen wie man sie am besten umsetzt.

Suchmaschinen Wir reden hier von Suchmaschinenoptimierung. Es wird mit Sicherheit den ein oder anderen SEO geben, der glaubt er kenne sich mit der Materie aus, kann aber im Zweifelfall nicht genau sagen, was eine Suchmaschine überhaupt ist. Und ich meine nicht Aussagen wie: “Da gibt man halt ein was man sucht und des wird dann angezeigt. Voll praktisch weisch.” :-) Also scheint es doch sinnvoll, dass man sich vor der Optimierung einer Sache, zunächst mal anschaut was ist diese, was macht diese aus, wie funktioniert sie und wie kann ich darauf Einfluss nehmen.

Ich denke ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass Suchmaschinen heute das wichtigste Medium zum Suchen von Informationen im Internet sind. Dabei handelt es sich um die Bezeichnung für eine Software oder indexbasierte Programme, die vollautomatisch das gesamte Web nach Informationen durchsuchen, sie auswerten und ihren Datenbestand dabei aktualisieren und erweitern.  Indexbasiert? Indexbasiert bedeutet, dass die im Internet gefundenen Daten archiviert werden. Konkret, Suchmaschinen untersuchen das Internet nicht in Echtzeit. Wenn man also ein Suchbegriff im Suchschlitz eingibt, wird der aktuelle Bestand der Datenbank der Suchmaschine (Index)angezeigt, die sämtliche Daten zu dem eingegeben Begriff enthält bzw. indexiert. Deshalb ist es auch so wichtig, dass die eigene Website in den Suchmaschinen indexiert sein sollte. Denn ist dies nicht der Fall, entspricht es im Prinzip der “Nichtexistenz”, auch wenn die Website online ist.

Das Sammeln der Daten im Internet durch die Suchmaschinen wird als „Crawlen“ bezeichnet. Übernommen wird diese Aufgabe von den Crawlern, auch Robots oder Spider genannt. Der Robot besucht eine Website und liest dort deren Inhalte (Texte) aus und speichert die vorgefundenen Informationen in der Suchmaschinendatenbank. Das sind i.d.R. HTML-Dokumente, aber auch Links auf der Website, werden von den Robots ausgewertet. Viele Suchmaschinen speichern auch PDF-oder Powerpoint Dokumente. Wichtig zu beachten ist hier, dass nicht jedes Dokument von den Robots gelesen werden kann. Sehr beliebt bei den Webdesignern ist zum Beispiel Java oder auch Flash. Das bietet mehr gestalterische Möglichkeiten und Flexibilität bei der Gestaltung der Website. Problematisch dabei ist, dass Suchmaschinen in einem Java Script eingebettete Links oft nicht erkennen können. Sollte dann zusätzlich auch noch der Text auf der Website in eine Grafik verpackt sein, wird es richtig kritisch, da die Robots so gut wie nichts von der Seite mitbekommen. Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten im Internet den Blick der Robots zu simulieren und so ggf. nachzubessern. Wer gerne etwas genauer wissen möchte wie die Robots arbeiten und was genau in diesem Zusammenhang zu beachten ist, kann das gerne bei Google tun. Die Webmaster Tools bieten zahlreiche Informationen. Ein Blick ins Crawling lohnt sich definitiv, um mehr Details zu erfahren.

Jede Suchmaschine arbeitet mit einem eigenen Suchalgorithmus. Daher dürfte es schwierig sein, die Website jeder Suchmaschine recht zu machen. Aus diesem Grund wollen wir uns auf die größte der Suchmaschinen konzentrieren – Google. Bei dem Blick auf den Suchmaschinenmarkt wird deutlich, dass Google die unangefochtene “Macht” ist.

Suchmaschinennutzung 2012

Suchmaschinennutzung 09.06.2012 nach webhits.de

Das mag für den ein oder anderen etwas kurz gegriffen klingeln. Und das möglicherweise auch zu Recht. Es kommt schließlich auf die Zielgruppe an. In den USA haben Yahoo! und MSN bekanntlich mehr Marktanteile als das in Deutschland der Fall ist. Wer sich jedoch auf dem deutschen Markt befindet, der fährt mit Google ganz gut. Denn Websites, die für Google optimiert wurden, tauchen meistens auch bei anderen Betreibern auf. Und hier werden sie in den Suchergebnissen sogar oft besser gerankt als in Google selbst. Zumal bspw. Web.de, T-Online, AOL und einige andere in ihren Suchergebnissen die Ergebnisse von Google anzeigen. Da ist ein Marktanteil von knapp 94 % von Google nicht verwunderlich.

Suchmaschinenmarktanteile in Deutschland 2012

Marktanteile der Suchmaschinen im deutschsprachigem Raum 09.06.2012 webmasterpro.de

Wenn man nun eine Website hat und wird damit für einen bestimmten Suchbegriff (Keyword) auf der ersten Seite der Suchergebnisse gelistet, dann ist das doch schon mal super! Oder? Ja richtig, leider nicht ganz. Es kommt nicht nur darauf an möglichst auf der ersten Seite der SERPs zu sein, sondern hier am besten auch noch unter den Top 3. Warum ist das so wichtig? Es gibt verschiedene Analysen, die die Relevanz der “Top 3″ eindrucksvoll belegen. Chitika hat dazu eine Studie durchgeführt, die unter anderem Erstaunliches preisgibt. Über 8 Mio. Klicks wurden untersucht und über ein Drittel davon sind auf den ersten Platz der Suchergebnisse zurückzuführen. Das ist beinahe so viel wie die Ränge 2-5 zusammen und mehr als Rang 5-20 (Ende Seite zwei der Suchergebnisse) zusammen. Ich persönlich finde das schon beeindruckend. Es zeigt wie schwierig es ist, trotz eines Rankings auf der ersten Seite der SERPS wirklich wahrgenommen zu werden. Folglich lässt sich folgendes festhalten.

  1. Nur Positionen auf der ersten Seite bringen wirklich etwas
  2. Nur Positionen unter den Top 3 bringen auch ordentlich Traffic
  3. Mit 200 Suchbegriffen auf Seite 2 oder dahinter zu stehen bringt weniger als mit einem einzigen guten Suchbegriff auf Position 1.
Prozentualer Traffic bei Google Suchabfragen

Basierend auf einer Studie mit 8.253.240 Impressions von Chitika

 

Backlinks sind Links von Websites, die jeweils auf eine andere Websites verlinken oder verweisen. Verlinken z.B. die Seiten X und Y auf die Website Z, so hat Website Z zwei Backlinks. Die Links müssen jedoch von externen oder fremden Websites kommen. Das Verlinken innerhalb der eigenen Seite wird nicht als Backlink verwertet, sondern ist Bestandteil der internen Verlinkung. Die Bedeutung von Backlinks ist insbesondere in der Off-Page Optimierung von größter Relevanz. Sie stellen sozusagen, dass Salz in der Suppe dar. Denn viele Suchmaschinen werten aus, wie viele Links auf eine Website verweisen und welcher Linktext dabei hinterlegt wurde. Man spricht hier von der Linkpopularität oder auch Linkpopularity. Meistens gehen diese Analyseergebnisse auch in das Ranking mit ein. Insbesondere Google legt viel Wert auf Linkberechnungen. Grund genug sich dem Thema – “Wie bekomme ich Backlinks?” – anzunehmen. Zumal die Backlinks auch einen nicht unerheblichen Einfluss auf den Page Rank haben. Aber auch hier ist Vorsicht geboten. Wer jetzt wie wild auf “Backlink Jagd” geht schneidet sich ins eigene Fleisch. Auch bei dieser Aufgabe gibt es gewisse Dinge zu beachten, die im 3. der “Was ist SEO?” Reihe ausführlich angesprochen werden sollen.

Page Rank Der Page Rank ist ein von Lawrence Page und Sergej Brin entwickelter Algorithmus, dessen Zweck in der Beurteilung der „Bedeutung“ eines Dokuments (Website) liegt. Er misst die Relevanz von Websites im Web. Wichtig zu bemerken ist, dass der Page Rank nicht den Inhalt einer Website in seiner Gesamtheit beurteilt, sondern die Beziehungen zwischen Websites. Ein Link von einer Website zu einer anderen wird schließlich als eine Art Empfehlung aufgefasst. Folgerichtig steht folgende Philosophie hinter dem Page Rank. Die Bedeutung eines Dokuments steigt, wenn andere Dokumente auf dieses verlinken. Im Gegensatz zur Linkpopularität nutzt das Konzept des Page Ranks jedoch nicht einfach die absolute Anzahl eingehender Links. Die Argumentation der Entwickler ist, dass ein Dokument zwar bedeutsam ist wenn viele andere Dokumente darauf verlinken, aber nicht jedes Dokument hat das gleiche Gewicht. Die Bedeutsamkeit eines Dokuments bemisst sich nach dem Konzept des Page Ranks also nicht aus der reinen Anzahl von Backlinks, sondern insbesondere von der Bedeutsamkeit des verweisenden Dokuments. Dessen Bedeutsamkeit bemisst sich ebenfalls aus den Verweisen bedeutender Dokumente und so weiter. Mit anderen Worten zählt ein Link von einer Website wie spiegel.de mehr, als hunderte Verweise von kleinen, unbedeutenden Websites.

Fortsetzung folgt. Im nächsten Teil der Reihe “Was ist SEO?” folgt Teil II On-Page Optimierung. Hier werden Inhalte wie z.B. suchmaschinenrelevante Einträge im Head einer Website, Indexierung der Website, Content und das Schaffen von sauberen Linkstrukturen Thema sein. Also reinschauen ;-)

 

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2 comments

  1. Yevgen sagt:

    Schöner Artikel! Das Problem bei SEO ist aber der Mangel an aussagekräftigen Statistiken. Viel SEO wir leider auf Grundlage von Hörensagen betrieben.

  2. GU sagt:

    Hi Yevgen, vielen Dank!

    Ich denke du hast in dem zweiten Punkt Recht. Viel SEO basiert auf Hörensagen und es ist auch gar nicht so einfach den (hoffentlich positiven) Effekt seiner SEO-Aktivitäten nachzuweisen. Aber es gibt dennoch Wege und Mittel Analysen zu fahren und Berechnungen durchzuführen, die z.B. den Effekt von Linkbuilding-Maßnahmen deutlich aufzeigen. Mit ein bisschen Controlling-Geschick kann man SEO-Erfolge durchaus gut darstellen. Andernfalls wären die Agenturen arbeitslos…

    BG

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