Redirects

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Redirects (zu dt. Weiterleitungen) werden i.d.R. immer dann eingesetzt wenn Inhalte auf einer Website an eine andere Stelle verschoben werden. Bspw. hat jemand das Dokument http://www.meine-seite.de/alt.html und entscheidet sich dazu die Seite umzustrukturieren, wobei z.B. das dabei rauskommt http://www.meine-seite.de/wichtiges-keyword.html. Gleichzeitig wird auch der Inhalt an neue Stelle mitgenommen.

Redirects kommen also immer dann ins Spiel wenn sich die Struktur einer Website verändert und dadurch neue Ordner entstehen und/oder Dateinamen fällig werden.

Warum und wann Redirects eingesetzt werden sollten

Redirects sind nicht nur wichtig, um die Besucher der Website zu informieren und an die richtige Stelle weiterzuleiten, sondern auch um Suchmaschinen mitzuteilen, dass z.B. Inhalte auf der Website verschoben wurden. Andernfalls werden Suchmaschinen die alte URL auch nach dem Seitenumzug indexieren und in den Suchergebnissen anzeigen, bis sie irgendwann merken, dass die Seite nicht mehr existiert und sie die neue Seite entdecken. Um diesen Prozess zu beschleunigen, kann den Suchmaschinen mit einem Redirect weitergeholfen werden.

Hier sind einige Beispiel-Szenarien für einen Redirect

  • Alter Inhalt, der “abläuft” und entfernt wird
  • Man findet kaputte URL s
  • Wechsel des Hosting-Anbieters
  • Wechsel des CMS
  • Zur Vermeidung von Duplicate Content bei mehrere Domains (z.B. meine-seite.de und meineseite.de) mit selben Inhalt.

Es gibt mit Sicherheit noch weitere Gründe Redirects einzurichten. Man kann kurz gefasst jedoch sagen: Jegliches Szenario bei dem URLs geändert werden, ist ein Szenario, das die Einrichtung eines Redirects gebrauchen könnte.

Unterschiedliche Typen von Redirects

Es gibt prinzipiell zwei verschiedene Arten von Weiterleitungen:

1)      HTTP-Redirects

Sind Weiterleitungen, die im HTTP-Protokoll definiert wurden und von jedem HTTP-Client (Browser oder Suchmaschinenrobot) verstanden werden. Dieser Art von Redirects werden häufig auch als Server-Weiterleitungen bezeichnet.

2)      Client-Redirects

Funktionieren nur wenn der Client in der Lage ist die Weiterleitungsanweisung zu interpretieren. Da es sich hierbei allerdings nicht um eine Eigenschaft handelt, die in HTTP-Protokoll definiert wurde, führen auch nicht alle Clients den Redirect aus. Hierunter fallen z.B. JavaScript Weiterleitungen.

Die wichtigsten Redirects

Zunächst die wichtigsten HTTP-Redirects:

Wurde z.B. ein Seiten-Relaunch durchgeführt, mag die Einrichtung von HTTP-Redirects mit Sicherheit eine sinnvolle Maßnahme sein. Diese Weiterleitungen werden von jedem HTTP-Client erkannt, wodurch auch Suchmaschinen-Crawler in der Lage sind diese zu erkennen. Sollten also URL-Strukturen geändert worden sein, kann den Suchmaschinen durch das Einrichten der Redirects mitgeteilt werden, dass die alten URLs nicht mehr aktuell sind und auf die neue Adresse verweisen. Das hilft nicht nur dabei Besucher zu behalten, es beschleunigt auch den Prozess der Aktualisierung der URL in den Suchmaschinen, die folglich auch Links, die ursprünglich auf die alte URL  führten in der Bewertung der neuen URL berücksichtigen. Dadurch ist das Einrichten von sinnvollen Redirects auch ein interessantes SEO-Tool.

Es gibt nur eine Kleinigkeit zu berücksichtigen. Es gibt zwei verschiedene HTTP-Redirects, den 301 und den 302. Diese Unterscheidung möchte ich kurz erläutern.

301-Redirect oder 302-Redirect?

Der Code für den 301-Redirect steht für Moved Permanently, während er bei dem 302 für Moved Temporarily steht. Wie man aus der Bezeichnung schon ableiten kann, bedeutet der 301 eine permanente Weiterleitung. Die alte URL ist nicht mehr bedeutend und kann gelöscht werden. Stattdessen soll in Zukunft immer die neue Adresse aufgerufen werden. Der 302 stellt dagegen lediglich eine vorübergehende, also eine zeitlich begrenzte Weiterleitung dar. Der Inhalt wird zu einem späteren Zeitpunkt wieder wichtig sein. Was hat das nun zu bedeuten?

Diese Unterscheidung ist für den Besucher der Website höchstwahrscheinlich nicht relevant. Wichtig ist diese Information aber für die Suchmaschinen. Diese erkennt anhand des Statuscode ob die Adresse im Datenbestand verbleiben soll oder gelöscht wird. Mit dem 302-Code wird der Suchmaschine im Prinzip mitgeteilt, dass die URL im Datenbestand vorhanden bleiben soll, da sie später wieder eingesetzt wird. Somit führt die Suchmaschine sowohl die alte als auch die neue URL in ihrem Datenbestand fort und hat dadurch unter zwei unterschiedlichen Adressen denselben Inhalt. Das wird als “duplicate content” bezeichnet und kann u.U. sogar zum Ausschluss aus dem Index der Suchmaschine führen. Um dieser Gefahr entgegenzuwirken empfiehlt es sich deshalb im Falle eines Redirects den 301 einzusetzen.

Client-Weiterleitungen:

Al s wichtigste Client-seitige Redirects können JavaScript-Weiterleitungen und Redirects per Meta-Refresh Tag genannt werden.

JavaScript-Redirects

Wird JavaScript zur Darstellung von Inhalten auf einer Website eingesetzt, so werden diese von den Suchmaschinen nicht erkannt. Das ist aus SEO-Perspektive nicht wirklich gut, da man im Normalfall ja so viel Inhalt wie möglich indexiert haben möchte. Man kann diese “Javablindheit” der Suchmaschine jedoch auch gezielt einsetzen, um so z.B. speziell für Weiterleitungen hochoptimierte Seiten, sog. “Doorway-Pages” zu platzieren. In diesem Fall werden die Seiten meistens mit den wichtigsten Suchwörtern gefüllt. Ihr einziger Zweck ist es dann in der Suchmaschine möglichst gut gerankt zu werden und die Nutzer auf die eigentliche Seite weiterzuleiten. Für den Nutzer selbst ist die Seite deshalb vollkommen sinnlos. Im Normalfall wird die Suchmaschine die Weiterleitung nicht erkennen und den Inhalt der Doorway-Page aufnehmen. Bei einem gängigen Browser (mit aktiviertem JavaScript) wird der Nutzer dann einfach die beworbene Seite weitergeleitet.

Bemerkung: Suchmaschinen arbeiten zunehmend daran JavaScript-Weiterleitungen zu erkennen. Durch Linkanalyse können Suchmaschinen schon heute relativ einfach Doorway-Pages erkennen, sodass es zumindest nicht mehr so einfach ist die Suchmaschine ohne weiteres zu täuschen. Man sollte diese Möglichkeit der Weiterleitung deshalb nicht für unsaubere Zwecke, wie z.B. Spamming-Seiten einsetzen. Generell sollten Javascript-Weiterleitungen eher mit Vorsicht genossen werden, da diese wenn sie nicht den Richtlinien der Suchmaschine entsprechen, dazu führen können, dass die komplette Seite aus dem Index entfernt wird.

Redirects mit dem Meta-Refresh Tag

Hat man als Webmaster keinen Zugriff auf die Serverkonfiguration kann man eine Weiterleitung auch mit einem einfachen HTML-Befehl steuern. Der Code für den Meta-Refresh Tag ist dabei in den <head>-Bereich der HTML-Seite anzugeben.

Dies sollte allerdings wirklich nur dann eingesetzt werden wenn man keinen Zugriff auf die Webserverkonfiguration hat. Andernfalls sollte man eine richtige HTTP-Weiterleitung einrichten.

Titelbildquelle: flickr.com/cyboroz

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