Microsoft mit erstem Verlust seit Börsengang 1986

Microsoft Corporation

Microsoft meldet seit dem Börsengang vor über 30 Jahren erstmals einen Verlust an. Trotz besseren Umsatzes musste das Unternehmen ein Verlust von 492 Millionen in Kauf nehmen. Der Grund für das negative Ergebnis ist jedoch keineswegs ein Rätsel, sondern war absehbar.

Obwohl sich der Umsatz im Jahresvergleich verbessert hat ist der operative Gewinn um 97 Prozent von 6,171 Milliarden Dollar auf 192 Millionen Dollar geschrumpft.

Der Grund für den radikalen Gewinneinbruch ist eine bereits Anfang Juli angekündigte Abschreibung. Die Wertberichtigung, die zum Großteil aus dem Kauf der Onlinefirma Aquantiv zurückzuführen ist hat den drastischen Gewinneinbruch herbeigeführt. Die Firma wurde im Jahr 2007 für 6,3 Milliarden Dollar von Microsoft aufgekauft. Mit dieser Maßnahme wollte Microsoft in Konkurrenz mit Kontrahenten Google im Onlinegeschäft treten. Das Vorhaben kann nun als endgültig gescheitert bezeichnet werden. Zu der Abschreibung kommen noch 540 Millionen Dollar für das laufende Windows-Upgrade Angebot. Kunden die jetzt einen PC mit Windows 7 kaufen, können diesen bei der Veröffentlichung von Windows 8 im Oktober 2012 zum Vorzugspreis auf das neue Betriebssystem upgraden lassen.

Erster Verlust von Microsoft seit 1986

Quelle: statista.com

Doch das ist nicht alles. Microsoft ist es über die Jahre hinweg nicht gelungen Fuß im Onlinegeschäft zu fassen. Auch ohne die Milliarden-schwere Abschreibung hätte das Unternehmen in der Onlinesparte ein Minus von 479 Millionen Dollar erwirtschaftet.

Angesichts eines höheren Umsatzes im Vergleich zum Vorjahr sind diese Fakten doch sehr ernüchternd für den Konzern. Der Gesamtumsatz liegt bei 73, 723 Milliarden Dollar, was einen Anstieg von 5 Prozent zum Vorjahr 2011 bedeutet. Auch die Aktie blieb von dem Verlust nicht verschont. Der Gewinn pro Aktie sank von 2,69 Dollar auf 2.

CEO Steve Ballmer bleibt jedoch optimistisch. “Wir haben sowohl im vierten Quartal als auch im Gesamtjahr einen Rekordumsatz erreicht, und wir nähern uns schnell der aufregensten Veröffentlichungsphase in Microsofts Firmengeschichte”, so Ballmer. “Im kommenden Geschäftsjahr werden wir neue Versionen von Windows, Office, Windows Server, Windows Phone sowie viele andere Produkte und Services auf den Markt bringen, die unser Geschäft antreiben und unseren Kunden und Partnern noch nie dagewesene Möglichkeiten bieten werden.”

Den meisten Umsatz generiert das Unternehmen mit ihren Office Paket Angebot. Dieser steuerte mit 6,3 Milliarden Dollar den größten Teil zum Umsatz des Unternehmens bei. Mit der Serversparte wurden 5,1 Milliarden Dollar umgesetzt. Windows und Windows Live trug 4,14 Milliarden Dollar zum Umsatz bei. Weitere Informationen und Zahlen zu Microsoft sind in der Bilanz zu sehen.

Quelle: zdnet.de; Bild: flickr.com/James Marvin Phelps

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