Google: Unnatürliche Links und versandte Nachrichten

Google Warnungen

Der ein oder andere Webmaster hat in den letzten Tagen eine weniger erfreuliche Nachricht von Google erhalten. Es geht um den Verdacht vom Aufbau “unnatürlicher Links”, die von Google nicht ohne Abstrafung belassen werden. Einige Domains wurden bereits in den Suchergebnissen abgestuft, aber es gibt auch unschuldige Domain-Eigner.

Matt Cutts (Leiter Google Webmaster Tools) hat kürzlich ein Statement zu den versandten Benachrichtigungen gemacht und sorgte damit etwas für Verwirrung. Warum? Bereits im März wurden Warnhinweise mit demselben Wortlaut verschickt und waren unmissverständlich in ihrer Bedeutung. Die kürzlich verschickten Nachrichten seien laut Cutts jedoch nicht so ernst zu nehmen. Er empfiehlt ganz ruhig zu bleiben und nicht panisch zu reagieren.

Matt Cutts Google

Quelle: Matt Cutts Google+

Es seien nicht nur Webseitenbetreiber benachrichtigt worden, die aktiv Linkspamming betreiben bzw. als “nicht vertrauenswürdig” eingestuft wurden, sondern auch diejenigen, die möglicherweise ungewollt von solchen Quellen verlinkt wurden. Das könnte mögliche Spamming-Aktivitäten des Webseitenbetreibers indizieren, aber auch völlig unschuldige Gründe haben. Zum Beispiel könne man durch diese Maßnahmen gezielter gegen Spamlinks zu unschuldigen Seiten vorgehen und diesen das Vertrauen entziehen. Die unschuldige Seite erhält in solch einem Fall ebenfalls eine Benachrichtigung, um das Ganze etwas transparenter zu gestalten. Das müsse man allerdings nicht als Anlass zur Besorgnis nehmen. Sollten seitens Google weitere Maßnahmen ergriffen worden sein, würde man das schon durch eine Abstufung der eigenen Seite in den Suchergebnissen merken. Das könne man z.B. in dem “Search Queries Feature” in den Webmaster Tools überprüfen.

Was sollte man tun wenn man fälschlicherweise als unsichere Quelle abgestuft wurde?

 

Ist man der Ansicht durch manuelle Spamaktivitäten in Verruf geraten zu sein und die eigene Domain nicht mehr den Google Standards entspricht, empfiehlt Cutts einen Antrag auf erneute Prüfung einzureichen. Es würde mit Sicherheit einige Zeit in Anspruch nehmen, die Anfrage zu bearbeiten, aber man würde in jedem Fall eine Benachrichtigung erhalten, sobald die Anfrage aufgenommen und geklärt wurde.

Google Nachricht mit Warnhinweis

Google Nachricht mit Warnhinweis (erste Nachricht)

Da die Nachrichten in zahlreichen Diskussionen für Gesprächsstoff und Verwirrung sorgten, werde man in Zukunft mehr Wert auf eine klare Trennung in den Benachrichtigungen legen. So sollen künftig Nachrichten, die an aktiv Spam betreibende Webseitenbetreiber gerichtet sind, deutlicher formuliert werden und solche, die nicht der Seite an sich zur Last gelegt werden, in Zukunft nicht mehr mit dem gelben Warnhinweis in den Webmaster Tools versehen werden.

Google Nachricht ohne Warnhinweis

Google Nachricht ohne Warnhinweis (zweite Nachricht)

Im Klartext:

Sollte man unnatürlich Backlinks haben, sich dieser Bewusst sein und auch die Möglichkeit haben einen Einfluss darauf auszuüben, empfiehlt es sich diese zu entfernen. Sollte man von Google benachrichtigt worden sein, nicht Panik bekommen. Insbesondere  wenn man die zweite Nachricht ohne Warnhinweis bekommen hat, kann man erst mal ausatmen. Google ist sich mit Sicherheit bewusst darüber, dass man nicht jeden Link beeinflussen und entfernen lassen kann. Also nicht verzagen, wenn man nicht unbedingt alle “schmutzigen” Links entfernen kann. In jedem Fall sollte man Protokoll (E-Mail, Website, Link) darüber führen welche Linkentfernungen man veranlasst hat und Google den Antrag auf erneute Prüfung schicken. So zeigt man auch sein Engagement die Ungereimtheiten bezüglich der eigenen Domain wieder aus der “Google-Welt” zu schaffen.

Was sind “unnatürliche” Links?

 

Links, die zur eigenen Seite führen werden als Backlinks bezeichnet. Sie sind in der Suchmaschinenoptimierung (Off-Page Optimierung) eines der wichtigsten Faktoren, um die eigene Website bei bestimmten Suchanfragen in den Suchmaschinen wie z.B. Google, möglichst weit vorne in den Ergebnisseiten, den sog. SERPs (Search Engine Result Pages) zu platzieren. Viele Webseitenbetreiber sind sich dessen bewusst und versuchen durch aktive Manipulation (aus Sicht der Suchmaschinenbetreiber) Links für bestimmte Schlüsselbegriffe (Keywords) auf die eigene Website zu erhalten. Ein probates Mittel dazu ist z.B. der Linktausch, das aus Suchmaschinenperspektive überhaupt nicht gern gesehen wird. Dabei tauschen Webseitenbetreiber untereinander Links aus. Insbesondere unerfahrene Siteowner setzen dabei reziproke Links (Site A verlinkt zu B und B wieder zurück zu A), das es den Suchmaschinen sehr leicht macht diesen Tausch aufzudecken.

Natürlicher Linkaufbau dagegen basiert auf Links, die ohne äußere Manipulation entstehen, wenn also z.B. ein Webseitenbetreiber aus freien Stücken in einem Beitrag oder dergleichen, auf eine andere Domain verlinkt. In diesem Fall ist der Link auch als “echte” Empfehlung zu sehen und bringt auch den gewünschten Trust in den Suchmaschinen.

Quelle Titelbild: flickr.com/meneame comunicasions

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2 comments

  1. Ist vollkommen richtig, dass Google da ein Auge drauf hat. Ist doch auch für Suchanfragende mehr als lästig, wenn nur Spam-Seiten vorne auftauchen mit einem Informationsgehalt weniger als null.

  2. Ulutas, G. sagt:

    Das ist vollkommen richtig. Ein grundlegendes Kriterium bei sämtlichen Aktivitäten von Google ist es, die Qualität zu fördern. Dementsprechend werden kontinuierlich verschiedenste Maßnahmen wie z.B. entsprechende Sanktionen oder Suchalgorithmus-Updates durchgeführt ;)

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